Stolpersteine

In unserem Haus in der Salzengasse 13 in Rhaunen lebte bis zum 15. Oktober 1941 die Familie Klein. An diesem Tag wurde die Familie deportiert und kurz darauf ermordet. Vor unserem Eingang befinden sich daher zwei Stolpersteine des Künstlers Gunter Deming, der im Rahmen eines EU-weiten Projekts (www.stolpersteine.eu)  die Erinnerung an die  Vertreibung und Vernichtung der Juden durch den Nationalsozialismus lebendig hält.

Wir sind dankbar, dass es dieses Projekt gibt und werden als Rechtsanwälte stets für die Grundrechte aller Menschen eintreten.

Hermann Mosel hatte im Rahmen der Verlegung der Steine folgende Historie der Familie Klein recherchiert:

Familie Klein, Salzengasse 13: Emma Klein (geb. Ermann) war mit Josef Klein (*09.01.1873 in Urspringen/ Marktheidefeld) verheiratet, der am 10. November 1940 verstarb. Wegen seiner Tätigkeit als Judenlehrer nannte man ihn auch “Judde Baache”. Der Hausname Scholem geht auf die Vorbesitzerin Rosa Kahn geb. Salomon (Scholems Rosa) zurück, von der Klein das Anwesen 1936 erworben hatte. Emma Klein wurde am 15. 10. 1941 nach Lodz deportiert und dort ermordet. Die im Haus lebende unverheiratete Pflegetochter Gerda Ermann war die Tochter von Celestine Ermann geb. Weiss und ihres Ehemannes (Leopold Ermann), die ursprünglich in der Schustergasse 9 wohnten. Leopolds Spitzname war “Meilach” (hebräisch: melech – König; der Ausdruck wurde auch als Schimpfname verwendet). Die Mutter Celestine verstarb bereits, als Gerda zehn Jahre alt war. Vater Leopold zog 1939 nach Frankfurt, wo er verstarb. Seine zweite Ehefrau Sophie Lion aus Sötern wurde deportiert. Sie ist verschollen. Gerda Ermann wurde am 15. Oktober 1941 nach Lodz deportiert und dort schon am 1. November ermordet.